Warum der erste Eindruck deiner Website unsichtbar ist
Bei der Gestaltung einer Website spielt der Inhalt natürlich eine wichtige Rolle – aber die Präsentation an sich ist der eigentliche Türsteher. Hast du gewusst, dass Besucher in nur rund drei Sekunden darüber entscheiden, ob sie auf deiner Website bleiben oder den Besuch direkt wieder abbrechen? (Der allererste optische Eindruck entsteht sogar schon in rasanten 50 Millisekunden!).
In diesen knappen drei Sekunden konsumiert dein Besucher höchstens einen Titel und zwei, drei Zeilen Text. Mehr liegt zeitlich schlichtweg nicht drin.
Es ist der Gesamtauftritt der Website. Wie angenehm ist die Seite für das Auge gestaltet? Welche Wirkung erzielt sie im Unterbewusstsein? Auf den allerersten Blick muss sofort klar sein: Diese Seite ist aufgeräumt, klar strukturiert und wirkt harmonisch.
Einen massiven Teil dieser Präsentation machen die Farben und Schriften aus. Die gewählten Farben strahlen optimalerweise exakt das aus, wie das Unternehmen dahinter auftritt. Und hier kommt die Farbpsychologie ins Spiel, denn von starken Farben wie Blau, Rot oder Grün weiss man sehr genau, wie sie auf uns Menschen wirken.
Ein Beispiel: Blau steht für Vertrauen, Sicherheit und Klarheit. Zudem animiert es stark zum Klicken. Viele grosse Tech-Konzerne verwenden blaue Buttons, weil man weiss, dass diese Farbe hervorragend konvertiert. Nun sollte aber nicht einfach jeder blind einen blauen Button verwenden. Wie bereits erwähnt: Die Farbe muss zwingend ausstrahlen, wie das Unternehmen dahinter wirkt.
Ein anderes Beispiel ist Grün. Grün strahlt Ruhe, Gesundheit, Beständigkeit und Vertrauen aus. Für ein Unternehmen, das für absolute Schnelllebigkeit, laute Action oder aggressive Rabatte einstehen will, wäre Grün also ein kompletter Fehlgriff.
Genau wie die Farben muss auch die Typografie zu deiner Botschaft passen. Wer Seriosität ausstrahlen will, sollte auf verspielte Schreibschriften verzichten. Wer modern und klar wirken möchte, braucht Schriften, die auch auf dem kleinsten Smartphone-Display gestochen scharf und mühelos lesbar sind.
Im professionellen Webdesign arbeiten wir mit der sogenannten 60-30-10-Regel. Das bedeutet für dich: Beschränke dich auf maximal 3 bis 4 Farben auf deiner gesamten Website (inklusive Hintergrund und Textfarbe). Alles darüber überfordert das menschliche Gehirn und sorgt für visuellen Lärm.
Und bei den Schriftarten? Hier gilt ein striktes Limit von höchstens 2 unterschiedlichen Schriftfamilien – eine charakterstarke für deine Überschriften, eine geradlinige und leicht lesbare für deine Fliesstexte.
Der Clou bei den Schriften ist: Du brauchst gar keine drei verschiedenen Schriftarten, um Abwechslung zu schaffen. Eine einzige Schriftart, geschickt eingesetzt in unterschiedlichen Grössen und Stärken wird vom Auge bereits als eigenständiges, harmonisches Gestaltungselement wahrgenommen. Das sorgt für die nötige Struktur, hält deine Website aber elegant und wie aus einem Guss.